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Hinweis

Bereits seit 4 Jahren bemühe ich mich, Informationen für Pflegebedürftige ( vorrangig ältere Klienten) kompakt zugänglicher zu machen, ohne das langes Suchen oder herumtelefonieren notwendig ist (wie ich es persönlich erfahren habe und auch viele andere Betroffene und Angehörige/ Freunde). Und viele Informationen leider oft erst zu spät bekannt werden.

Dafür entstand diese Website. Die in den letzten Monaten auch erweitert wurde, da ich festgestellt habe dass es massive Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen gibt, und ich aufgrund persönlicher Erfahrungen auch anderen betroffenen Eltern privat helfen konnte, wo man welche Informationen erhält und auch Lösungen, wie man Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen kann, da viele Anbieter schwer bis gar nicht zu finden sind. Ziel dieser Seite war es nicht, sich mit der Arbeit anderer zu schmücken, sondern namentlich auf kompetentes Fachpersonal, was gut beraten kann und helfen kann, hinzuweisen.

Aufgrund rechtlicher Probleme musste diese Funktion der einfachen Übermittlung von Anlaufstellen und Informationen zum heutigen Tage eingestellt werden.

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Entlastungsleistungen

Zusätzliche Entlastungsleistungen und Betreuungsleistungen  in Höhe von 125 Euro monatlich erhalten Pflegebedürftige, die zu Hause leben mit Erhalt eines Pflegegrades nach $45b SGB IX. Dieses Geld kommt allerdings durch die Pflegekasse nicht zur Auszahlung, sondern dient der Verwendung zur Inanspruchnahme von Leistungen zur Unterstützung im Alltag, einer Kurzzeitpflege, Tages- oder Nachtpflege oder zum Beispiel für den Besuch eines Demenzcafe’s.

Dieser Anspruch gilt seit 01.01.2017.
Wer nun aber glaubt, es ist so einfach, diese Leistungen in Anspruch zu nehmen, täuscht sich.
Wie mir in einem persönlichen Gespräch am 29.10.2018 mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen bestätigt wurde, und seitens der Barmer am 06.12.2018, übernehmen die Pflegedienste, die diese Leistungen zum Beispiel ausführen dürfen, nur noch den Part der Entlastungsleistungen, wenn man Ihnen auch die Pflege (inklusive des Pflegegeldes) überträgt. Hintergrund ist der allgemein bekannte Fachkräftemangel in Deutschland. Für die Pflegedienste ist die ausschließliche Übernahme der Entlastungsleistungen kein effektives Geschäft mehr, dafür Klienten aufzunehmen und Personal einzusetzen.
Dies widerspricht in vollem Umfang dem Trend und Ziel, dass häusliche Pflege die Zukunft ist. Denn da Pflegedienste nur Einsätze durchführen, ist es ab einem bestimmten Pflegegrad nur durch die Unterstützung und Pflege durch Angehörige oder Freunde möglich, den Betroffenen auch im Haushalt anstelle eines Pflegeheimes zu belassen. Da die Übernahme einer häuslichen Pflege aber in Kombination mit verkürzter Arbeitstätigkeit im Berufsleben einhergeht, ist das Pflegegeld ein zwingender Einkommensersatz, der vom Pflegebedürftigen an den Pflegenden ausgezahlt wird.
So dass eine Überschreibung der Pflegetätigkeit und des Pflegegeldes an einen Pflegedienst, um die Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen zu können, kein Ersatz ist um eine komplette Pflege, wie sie im Pflegeheim statt findet, zu gewährleisten.

Ein weiteres Manko in unserem System ist, dass gerade in ländlichen Gegenden gar nicht erst Anbieter zur Inanspruchnahme von Entlastungsleistungen vorhanden sind.

Sollte man nun also glauben, dass wenn man als Angehöriger die komplette Pflege eines Pflegebedürftigen übernimmt und sämtliche erforderlichen Tätigkeiten, wie hauswirtschaftliche Tätigkeiten oder auch Beschäftigung ausführt und damit seine eigene Berufstätigkeit einschränkt, erhält man als Unterstützung die 125 Euro Entlastungsleistungen, hat man sich getäuscht.
Die Pflegekassen sammeln zwar über einen gewissen Zeitraum die Gelder auf einem Konto, verfällt dies aber spätestestens mit dem Tod des Pflegebedürftigen.

Zwar sparen die Pflegekassen, bei Auszahlung eines Pflegegeldes an einen Betroffenen gegenüber der Bezahlung eines Pflegedienstes eh erheblich Geld, ist aber das Geld der Entlastungsleistungen gesetzlich gebunden und kann nicht mal bei privaten Bezahlung einer offiziellen Fachkraft in einer Einzelfallentscheidung in Anspruch genommen werden.
Sollte Anbetracht der mangelnden Bereitstellung der Möglichkeit diese Leistungen offiziell in Anspruch nehmen zu können, vom Gesetzgeber überdacht werden.
Eltern, die keinen Kindergartenplatz in Anspruch nehmen, erhalten ja auch Betreuungsgeld.

Meine aktuelle Klage am Sozialgericht, betrifft eine 84jährige mit Pflegegrad 5, die nicht mehr in der Lage war, Leistungen wie Tagespflege in Anspruch zu nehmen und von Pflegediensten durch die Pflege der Angehörigen und dem Selbstbehalt des Pflegegeldes abgelehnt wurde mangels fehlendem Personal.
So sammelten sich Ihre ihr gesetzlich zustehenden Gelder der Betreuungsleistungen auf einen dreistelligen Betrag an. Dieser Betrag verfällt nun mit dem Tod der Pflegebedürftigen, obwohl sie in einer 24 Stunden Pflege mit allem was dazu gehört von Angehörigen (anerkannte Fachkräfte) gepflegt wurde für ausschließlich der Ihr zustehenden 901 Euro Pflegegeld monatlich.